Volle Kostenkontrolle in der Konstruktion.

Als eines von neun Innovationszentren weltweit entwickelt, produziert und vermarket die Océ Printing Systems GmbH & Co. KG in Poing bei München digitale Höchstleistungsdrucksysteme mit den dazugehörigen Workflow- und Softwarelösungen. Mit Hilfe von simus systems und deren Kalkulationswerkzeug classmate PLAN behält der Weltmarktführer im Bereich Endlosdruck seine Bauteilkosten auch während der Konstruktion im Blick. Exakt berechnete Kalkulationen ermöglichen kurzfristige Änderungen und Bauteil-Vergleiche in der Entwicklung. Weiterhin profitiert der Druckerexperte von schneller und genauer Angebotserstellung.

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simus systems Anwenderbericht Oce Printing SystemsVenlo, Vancouver und Poing – dort stehen die Hauptproduktionsstätten des niederländischen Druckerherstellers Océ, seit 2010 ein Teil der Canon Gruppe mit Hauptsitz in Tokio. Zu den Hauptmärkten gehören Europa und Amerika. In Poing produzieren etwa 1.000 Mitarbeiter individuelle maßgeschneiderte High-End-Drucklösungen für  internationale Kunden. Diese Lösungen für professionelles Dokumentenmanagement beinhalten neben dem Druck die Dokumentation und Archivierung von Datensätzen ebenso wie Wartung und Service. Diese Abläufe steuert die firmeneigene Software Océ PRISMA. Viele Kunden haben ein gewaltiges Druckvolumen, beispielweise Versicherungen, Krankenkassen oder Steuerbehörden. Obgleich die langlebigen Drucker je nach Anforderungen 160 – 5000 Blatt pro Minute schaffen, ersetzen  diese Branchen den Druck verstärkt durch digitale Medien. Océ startete  daher bereits vor zehn Jahren die Produktion von Drucksystemen für neue Märkte, beispielsweise für den Plakat-, Tapeten- oder Leinwanddruck.

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Gewappnet für kommende Herausforderungen

Zur Erfolgssicherung erweitert das Unternehmen nicht nur sein Leistungsspektrum, sondern begrenzt auch die Kosten. Zum Beispiel mit classmate PLAN von simus systems aus Karlsruhe – einer integrierten Lösung zur Bauteilkalkulation. Vorher gab es umfassende Kalkulationen über die Eigenfertigung von Bauteilen erst nach abgeschlossener Konstruktion. Diese wurden zudem manuell errechnet. Beides zögerte Planung und Angebotserstellung unnötig hinaus. Der Druckerspezialist suchte deshalb nach einer Lösung, um den Kalkulationsprozess zu vereinfachen. Im Januar 2011 wurde simus systems nach Poing eingeladen. Anhand von Beispieldaten von Océ präsentierte der IT-Spezialist im März 2011 erste Ergebnisse. Zu dieser Zeit stieß Thomas Jäger, Teamleiter im Industrial Engineering, als Projektbetreuer und Ansprechpartner für simus systems hinzu: „Zunächst kalkulierte classmate PLAN alle Werte pauschal. Wir wollten alles, was Kosten erzeugt, noch genauer und feiner wiederfinden.“ Zu den neuen Anforderungen gehörten Arbeitsschritte, Durchlaufzeiten und exakte Kalkulationen für individuelle Bauteile. Eine Schnittstelle zum CAD-System Pro/Engineer wurde implementiert. Außerdem wurden Feinheiten im Umgang mit Werkzeugen und Schnittwerten optimiert. In Workshops wurden die wachsenden Anforderungen und deren Realisierungsmöglichkeiten diskutiert und danach in Prototypen getestet, so dass die Software zum Rollout im Oktober 2012  schließlich alle Anforderungen erfüllte. Von dem neuen Standardprodukt von simus systems profitieren inzwischen auch andere Kunden.

Thomas Jäger sagt:

„simus systems hat sich erfolgreich den neuen Herausforderungen gestellt. Man spürt den Antrieb, sich ständig verbessern zu wollen.“

Kostenkontrolle vor der Herstellung

classmate PLAN KostenkalkulationKostenkalkulation mit classmate PLAN: Ein neues Produkt durchläuft die Konstruktion, Fertigungsplanung, Prototypenphase und schließlich die Produktion. Océ setzt classmate PLAN in den ersten zwei Prozessstufen ein. Bei insgesamt 50 Lizenzen arbeiten etwa 30 Konstrukteure als Hauptanwender regelmäßig mit dem Tool. Schon während der Konstruktion haben sie die Kosten im Blick – und das ohne Mehraufwand. Integriert in das CAD-System kalkuliert die Software auf Knopfdruck ohne zusätzliche Eingaben alle Kosten für das Bauteil. So können Anwender ständig kontrollieren, ob das Budget noch eingehalten wird. Die Vorteile sind für Thomas Jäger klar: „Die Benutzeroberfläche ist selbsterklärend, jeder der den Umgang mit einem PC gewohnt ist, kann auch classmate PLAN handhaben. Diese Einfachheit führt sehr schnell zu einer breiten Anwendung.“ Die Vorkalkulationen und zugrunde liegenden Arbeitspläne stehen zum Export in verschiedenen Text- und Tabellenformaten zur Verfügung.

Screenshot – große Ansicht

classmate PLAN arbeitet im Hintergrund

Als Grundlage erstellt das Programm anhand der Geometriebeschreibungen Arbeitspläne, deren Detailtiefe sich frei bestimmen lässt. Hier bekommt jedes Bauteil durch definierte Regelwerke alle Bearbeitungs-, Rüst-, Eingriffs- und Werkzeug-Wechselzeiten zugewiesen. Direkt im CAD-System analysiert das Tool neben den Bauteilgeometrien auch Toleranzen und Oberflächeneigenschaften. Anhand dieser Daten ermittelt das Programm vollautomatisch die Fertigungsklasse, etwa Blechbiege- oder Drehteil. Je nach Dimensionen wie von Wellenabsätzen, Frästaschen oder Passungen gliedert die Software die Herstellung in die einzelnen Arbeitsschritte samt benötigten Maschinen und Werkzeugen. Für diese ermittelten Vorgänge werden dann die Herstellungskosten errechnet. Dies geschieht nach klassenspezifischen Regeln aus Technologiedatenbanken. Aus den entstandenen Teilergebnissen werden verschiedene Abschätzungen wie Kosten pro Arbeitsschritt oder optimale Losgrößen abgeleitet. So generiert classmate PLAN in wenigen Sekunden eine vollständige Kalkulation. „Mit dieser Vorgehensweise erzielen wir Einsparungen, weil bereits während der Konstruktion die günstigste Möglichkeit weiterverfolgt werden kann“, sagt Thomas Jäger. Mittelfristig wirkt die stetige Kontrolle entscheidend auf die Kostenentwicklung ein.

Weitere Optimierung in der Zukunft

Dabei wird Océ das gesamte Potenzial von classmate PLAN erst in Zukunft vollständig ausschöpfen. Neben der Integration in das CAD-System soll eine Schnittstelle zum ERP-System SAP aufgebaut werden. Die Planungen werden damit noch effizienter, da Faktoren wie Rohmaterialpreise, Berechnungsgrundlagen und Kostensätze direkt aus der kaufmännischen Datenbasis abgerufen werden. Damit werden Make-or-Buy-Entscheidungen für den Einkauf erleichtert.

Auch der Baugruppenmodus von classmate PLAN soll künftig breiter genutzt werden. Auf Basis der Einzelteilpreise, Unterbaugruppen und Montagezeiten kalkuliert das Software-Modul dann die Kosten einer ganzen Baugruppe. Thomas Jäger erklärt: „Dazu möchten wir mit simus systems den Detailgrad des Baugruppenmodus erhöhen.“ Allerdings besteht die momentane Priorität in der für 2016 geplanten Einführung von weiteren Modulen der classmate-Familie: Mit dem Gesamtpaket aus classmate DATA, CAD und FINDER gewinnt das Unternehmen eine Kombination aus anwenderorientierter Suchsoftware, automatischer Klassifizierung von Stammdaten und 3D-CAD-Modellen.

„Diese Erweiterung soll uns mehr Arbeitszeit einsparen und noch bessere Kostentransparenz bringen. Auch die Einkaufsplanung wird davon profitieren“, führt Thomas Jäger aus und fügt hinzu: „Die sehr gute Betreuung durch unseren Projektleiter Dr. Weißkopf führt immer zu guten Ergebnissen. Ich komme aus dem Technikbereich und merke, dass wir die gleiche Sprache sprechen.“

Bei Anwendertreffen geht man gut auf Kunden ein, findet Thomas Jäger. Auch sonst ist er von dem Service des Software-Entwicklers begeistert: „Im März 2015 konnten wir unsere Version 5.2 problemlos auf 7.1 aktualisieren. Dank der neuen Oberfläche haben wir ein noch besseres „Look-and-feel“ erreicht. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit simus systems.“

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Bilder der Druckmaschinen: Océ Printing Systems, Poing
Screenshot classmate PLAN: simus systems, Karlsruhe