Feintuning für präzise Planungsprozesse
Nachdem Grundlagen der Implementierung wie die SAP-Schnittstelle und die Technologiedatenbanken angelegt wurden, gliederte sich das Einführungsprojekt in vier Phasen. Dazu wurden rund 100 verschiedene Bauteile herausgesucht, die bereits mit PMI versehen waren. Sie repräsentierten alle zu erwartenden Arbeitsfolgen und Varianten. „Unsere Arbeitspläne umfassen sehr viele verschiedene Arbeitsgänge – von Drehen, 3- und 5-Achs-Fräsen, Erodieren und Härten über Laserschneiden und Biegen der Blechteile, Lasersintern und Schweißen bis zur Vorerprobung und Beschichtung“, berichtet Stefan Huber. „Dabei verarbeiten wir verschiedenste Materialien, von Aluminium bis Werkzeugstahl.“ In wöchentlichen Online-Konferenzen mit simus systems wurden die Ergebnisse präsentiert und besprochen.
In der ersten Phase sollten alle Arbeitsgänge in der richtigen Reihenfolge den richtigen Maschinen zugeordnet werden.
In der zweiten Phase sollten den Arbeitsfolgen Langtexte zugeordnet werden, die über Besonderheiten bei dem automatisch erkannten Fräsen, Schleifen, Schneid- und Senkerodieren, Beschichten und Härten informieren.
In der dritten Phase wurden die Bearbeitungszeiten für die Kalkulation verfeinert. „Für viele Bearbeitungen wie Fräsen hat simus systems Standardwerte bereitgestellt“, erinnert sich Stefan Huber. „Wo wir diese übernehmen konnten, haben wir viel Zeit eingespart.“ Dagegen stellte das Schneiderodieren besondere Herausforderungen: „Hier kommt es auf das Material und die Anzahl der Schnitte, die Konik und die Oberflächen an“, sagt Stefan Huber. „Bei den Bohrungen erkennt simus classmate die erforderlichen Toleranzen und relevanten Konturen anhand der in NX vergebenen Farben von Flächen.“ Schlussendlich wurden einschließlich Senkerodieren, Biegen und Laserschneiden alle Bearbeitungsverfahren richtig erkannt und mit realistischen Zeitangaben und Kosten verbunden.