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Anwenderbericht pester pac automation

Starke Performance, starker Partner

Seit 2006 hat die pester pac automation GmbH, Wolfertschwenden, Unterallgäu, viele Nebentätigkeiten in der Konstruktion, der Arbeitsvorbereitung und im Einkauf mit Hilfe von simus classmate automatisiert. Das Ergebnis ist ein enormer Performance-Fortschritt in allen Bereichen.

Mittelständische Unternehmen haben es nicht leicht, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Jedes Mittel, das hilft, produktiver und schneller zu werden, ist daher willkommen. Dazu gehört auch eine leistungsfähige CAx-Landschaft. Ein bisschen CAD ist schon lange nicht mehr genug. Das hat die pester pac automation GmbH in Wolfertschwenden in der Nähe von Memmingen schon vor rund 15 Jahren erkannt.

Der Mittelständler hat rund 700 Mitarbeiter und verkauft seine Verpackungsmaschinen weltweit. Das Unternehmen wurde 1888 durch Emil Pester in Chemnitz gegründet. Er stellte Platinen für die Textilindustrie her. Am Ende des 2. Weltkriegs wurde das Fabrikationsgebäude durch einen Bombenangriff beschädigt und der Enkel des Firmengründers entschloss sich in Westdeutschland eine neue Existenz aufzubauen. In 1955 wird ein neues Fabrikationsgebäude in Wolfertschwenden bezogen und die Produktion von Präzisionsstanzteilen beginnt. Etwa 20 Jahre später steigt Pester in die Entwicklung und Produktion von Verpackungsmaschinen ein. 1983 übernimmt Thomas Pester die Geschäftsführung des Unternehmens in 4. Generation. Hat man zunächst nur Folien als Packmaterial genutzt, so kommt Ende der 80er Jahre auch Karton hinzu. Ein weiteres Tätigkeitsfeld sind inzwischen Palettier- und Depalettieranlagen.

Peter Thomas an seinem Arbeitsplatz in Wolfertschwenden.

„Unsere hauptsächlichen Zielbranchen sind die Pharma- und Kosmetikindustrie“, so Peter Thomas, Head of Service & Support, Business Unit R&D. Geliefert werden die Verpackungsmaschinen und Anlagen weltweit. Neben den Werken im Unterallgäu gibt es weitere Produktionsstätten in Tschechien und Rumänien. Wie sieht es aus mit der Fertigungstiefe? „Wir fertigen grundsätzlich fast alles, nutzen aber auch Fertigungsmöglichkeiten von Zulieferern“, wie Thomas erläutert.

IT-Situation und Einführung simus classmate

2003 wurde das 3D-CAD-System Solidworks eingeführt. Als Verkäufer und Betreuer wurde Solidpro ausgewählt. Von dort kam auch die Datenbank MaxxDB, die zur Anlage der Grunddaten genutzt wird. Heute betreibt Pester über 100 Solidworks-Arbeitsplätze in verschiedenen Bereichen. Für CAM wurde Hypermill von Open Mind eingeführt, welches direkt in Solidworks integriert ist. Anfang des Jahres 2000 war Peter Thomas und seinen Kollegen klar, dass sie ein weiteres System brauchen würden, etwa um Teile zu klassifizieren, schnell wiederzufinden und ggf. preislich zu kalkulieren. Thomas: „Wir haben am Markt nach so etwas gesucht, aber zunächst nichts gefunden, was unseren Vorstellungen entsprach.“ Der Kontakt zu simus systems kam dann über einen simplen Prospekt zustande. „Da hatten wir den Eindruck, das könnte es sein“, so Thomas. Erste Systemtests haben diesen Eindruck bestätigt. Es gab einen ersten Workshop, 2006 kamen die ersten sechs Lizenzen ins Haus.

„Wir haben anschließend das System von unten her aufgebaut“, wie Thomas sagt. Das hieß Datenanlage, Stück für Stück. Sobald nennenswerte Ergebnisse vorhanden waren, wurden diese den Konstrukteuren bereits über MaxxDB zur Verfügung gestellt. simus classmate wurde zum „Materialbenennungsgenerierer“ und zum „Geometriedatenerzeuger“, wie es heißt. Rund zwei Jahre später ist das System in Richtung Rohmaterialvorschlagserzeugung aus dem Geometriemodell heraus erweitert worden.

Grunddatenanalage beim Produktivstart von SAP zu 99,9% störungsfrei

Dann kam erneut ein großer Schritt im Haus: 2008 wurde entschieden SAP einzuführen, 2010 ging das ERP-System in den produktiven Betrieb. In der Zwischenzeit war man in der Lage, simus classmate zur SAP-Grunddatenerzeugung zu nutzen und dadurch sehr viel manuelle Arbeit zu sparen. Durch die Gemeinschaftsarbeit mit Solidpro, simus systems und all for one (SAP Anwendung), konnte eine hochgradig automatisierte Grunddatenanlage realisiert werden, die mit dem Produktivstart von SAP sofort zu 99,9% störungsfrei arbeitete.

Heute ist es so, dass jeder Konstrukteur seinen Zugang zu classmate FINDER hat, um Teile wiederzufinden, Einzelinformationen (Details) zu recherchieren und auch Kosten zu ermitteln. Alle Informationen, die es schon gibt, stehen den Konstrukteuren zur Verfügung, Doppelarbeit wird vermieden.

Automatische Kostenermittlung und Arbeitsplanerstellung

Apropos Kostenermittlung: „Von Anfang an war es meine Vision, auf einen Knopf zu drücken und der Preis steht da. Darauf haben wir hingearbeitet. Ein Basiskonzept dazu wurde bei uns entwickelt und dann von simus systems zur Standardanwendung gemacht“, wie Thomas berichtet.

Die Allgäuer begannen bei der automatischen Kostenermittlung mit Blechteilen und das hat gut funktioniert. Danach nahm man sich der Drehteile an. Auch das ließ sich realisieren. Schließlich folgten die Frästeile, die etwas schwieriger waren, und auch diese konnten schließlich für die automatische Kostenermittlung erfasst werden.

Innerhalb dessen muss eine automatische Arbeitsplan-Erstellung realisiert werden: „Ohne Arbeitsplan kein Preis.“ Dieser Automatismus wiederum hilft der Arbeitsvorbereitung ungemein: Sie spart massiv an Personal. Pester hätte, als es darum ging die Arbeitspläne in SAP anzulegen, entsprechend Personal einstellen müssen; simus classmate ersparte dies.

Funktioniert das?
„Sehr gut“, wie Thomas sagt „der Toleranzbereich liegt bei +/- 10%“.

Da alle Fertigungsteile Arbeitspläne erhalten und so die Kosten transparent sind, haben die Einkäufer einen Anhalt, was der Artikel kosten darf und können entsprechend verhandeln. Noch einen Schritt weiter geht man mit einem Zulieferer im Bereich Kunststoffe. Da gibt es bereits seit 2011 einen Datenaustausch auf dem Gebiet der Arbeitsvorbereitung und Kalkulation. Das Unternehmen, die Schäfer Kunststofftechnik GmbH aus Ortenberg, stellt seine Fertigungs- und Einkaufsdaten zur Verfügung. Pester liefert mit der Bestellung die nötigen Zeichnungen, Stücklisten, Arbeitspläne und die Vorkalkulation.

Weitere Tätigkeiten, die simus classmate übernimmt, sind etwa

  • die Erzeugung einer Grundlage für Make-or-Buy-Entscheidungen
  • Textgenerierung für die Benennung des Artikels
  • automatische Übersetzung von Begriffen nach SAP
  • Warengruppenermittlung anhand von Begriffsdefinitionen
  • die Erzeugung von insgesamt bis zu 150 Grunddaten pro angelegtem Artikel.

Soviel zu der Systemeinführung und konkreten Arbeit damit. Nun einen Blick auf die Software selbst:

Die Software simus classmate

simus classmate AnwendungsbereicheMit Hilfe der Software können Datenbestände strukturiert und standardisiert sowie 3D-Modelle geometrisch analysiert und klassifiziert werden. Vorkalkulationen und Arbeitspläne lassen sich automatisch erstellen. Durch ein komfortables Suchwerkzeug mit grafischer Benutzeroberfläche können Bauteile im System schnell gefunden und wiederverwendet werden.

Die Software arbeitet ausschließlich mit Regeln, die nachvollziehbar und individuell anpassbar sind. Mit Hilfe dieser Regeln wird „das Wissen“ ins System eingegeben. Es ist daher weder selbstlernend noch sonst wie aus der Welt der künstlichen Intelligenz gespeist. Somit ist der Hersteller, aber auch der Anwender jederzeit Herr über die Prozesse, aber auch über die Regeln selbst. Regeln können auch von „normalen“ Technikern gelesen, geschrieben, geändert oder gelöscht werden. Ein Informatikstudium ist nicht nötig.

Um die Installation eines Systems einfacher und schneller zu machen, sind bei simus classmate schon verschiedene Regelsätze vordefiniert, die dann direkt oder mit gewissen Änderungen eingesetzt werden können. Es muss also nicht bei jedem neuen Projekt „das Rad neu erfunden“ (Thomas) werden. Die Regeln werden von simus systems erstmalig eingeführt, aber natürlich können sie auch von geschulten Mitarbeitern des Kunden später angepasst oder neu erstellt werden, wie gerade dargelegt.

Die gesamte Software-Suite besteht aus einzelnen Modulen, die miteinander kombiniert, aber auch einzeln eingesetzt werden können. Die Software ist besonders interessant, wenn große Datenmengen eine klare Struktur erhalten sollen, oder wenn Daten aus verschiedenen Systemen genutzt werden, wenn man von Altsystemen auf ein neues System umsteigen will oder wenn es darum geht, die Datenqualität zur besseren Wiederverwendung zu steigern.

Jeder Konstrukteur hat Zugriff

Bei pester pac automation hat jeder Konstrukteur Zugriff auf simus classmate. Fragt man nach den Erfolgsfaktoren, dann können Peter Thomas und sein Team wirklich punkten:

Ganz pauschal sind wir heute über alle Bereiche um 30 – 40% schneller als ohne System. Durch die Visualisierung, die schnelle Suche und den schnellen Zugriff sind wir „megafit“. Die Anforderungen, die wir hatten, sind zu 99,9% erfüllt, damit sind alle hier rundherum zufrieden.

Mit dazu bei trägt sicher auch das gute Verhältnis, welches man zum Software-Hersteller aufgebaut hat. „Wir sind Referenzkunde Nr. 1 und das wirkt sich nach beiden Seiten hin aus. Ich denke, simus systems hat von uns viel Praxiswissen erhalten und umgekehrt werden wir ganz besonders gut betreut. Das spiegelt sich wider“, so Thomas.

Dieser Bericht ist erschienen auf cad.de, geschrieben von Karl Obermann »

 

Fotos: pester pac automation

Übersicht über die Softwaremodule: simus systems